Das Herstellungsverfahren

 

Meine Seifen stelle ich im Kaltsiedeverfahren her. Das ist eigentlich ein Widerspruch, denn wie soll man kalt sieden?

Bei herkömmlichen Seifen wird der Seifenleim stundenlang gekocht. Bei meinem Herstellungsverfahren werden nur die festen Fette bei ca. 30-40°C geschmolzen. Der Seifenleim wird nicht erhitzt, was zum Vorteil hat, dass die Wirkung hitzeempfindlicher  Rohstoffe weitgehend erhalten bleibt.

Es werden von mir ausschließlich pflanzliche Fette und Öle verwendet. Diese vermische ich mit Natronlauge (auch NaOH, Ätznatron oder Seifenstein genannt) und Wasser. Das gibt die Basis der Seife. Anfangs ist diese Mischung noch sehr flüssig, beginnt aber durch weiteres Rühren der Verseifungsprozess, dickt der sogenannte Seifenleim an. In diesem Stadium wird die Seife mit weiteren Zutaten "verfeinert". Dies kann ein Überfettungsöl sein. Meine Seifen überfette ich mit 10%. Das heißt 10% der verwendeten Öle sind noch frei in der Seife verfügbar. Damit sind meine Seifen rückfettend. Dann kann man noch weitere Zutaten wie äth. Öle, Parfümöle, Farben oder Kräuter hinzufügen. Da sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Ob es Sinn macht, ist ein anderes Thema. Hat der Seifenleim eine Konsistenz etwa wie dicke Kartoffelsuppe, wird er in vorbereitete Formen gegossen. Danach beginnt der eigentliche Verseifungsprozess in dem der Seifenblock in eine Decke verpackt wird. Dabei erhitzt sich die Seife etwas. Es beginnt die sogenannte "Gel-Phase". Die Seife sieht dann auch gel-artig aus. Sie ruht mindestens 24 Stunden. Am nächsten Tag wird die Seife ausgeformt und geschnitten. Sie ist dann noch sehr weich. Die Seifenstücke stelle ich zum Trocknen in Bäckerkisten. Sie müssen dann noch mindestens sechs Wochen reifen. Hierbei verlieren sie noch zehn Prozent ihres Gewichtes und härten dabei aus. Nach einer Woche Lagerung ist es Zeit, die Seife zu stempeln, um ihnen ein individuelles Gepräge zu geben. Nach der sechswöchigen Reifezeit wird die Seife in umweltfreundlichem Cellophanpapier verpackt und mit einer hübschen Banderole und einem Etikett versehen. Ich würde gerne auf die Verpackung verzichten, doch leider hat die EU-Kosmetikkomission verordnet, dass Seifen hygienisch verpackt und nur mit einer korrekten INCI-Angabe (Inhaltsstoffangabe) verkauft werden dürfen.

Natürlich verkaufen viele meiner Kollegen offene Seifen, das ist aber nicht gesetzeskonform. Bei offenen Seifen muss gewährleistet sein, dass die Kunden sie nicht berühren können. Ich finde es persönlich nicht sehr hygienisch, eine Seife zu kaufen, die von hundert anderen Kunden zuvor angerührt wurde. Wichtig sind für Allergiker zudem genaue Inhaltsstoffangaben, die man vermutlich sonst recht selten beim Kauf erhält.

Das Herstellungsverfahren der Seife "Karotte"

 

1. feste Fette werden bei ca. 30°C geschmolzen

 

3. Natriumhydroxid abwiegen...

 

5. Öle werden zu den geschmolzenen Fetten gegossen

 

7. dann wird mit dem elektr. Pürrierstab gerührt, bis der Seifenleim andickt

 

9. der Seifenleim dickt an....

 

11. nach dem Ausformen wird die Seife geschnitten

 

13. nach ca. einer Woche wird die Seife gestempelt

15. die Seifen werden in kompostierbaren, umweltfreundlichen und atmungsaktivem Cellophanpapier verpackt

 

2. geschmolzene, feste Fette, Öle, äth. Öle und Bio-Karottensaft

 

4. ....und vorsichtig in den Karottensaft einrühren

 

6. das Karottensaft-Natriumhydroxid Gemisch wird vorsichtig zu den Ölen gegeben

 

8. Überfettungsöl und äth. Öle werden untergemischt

 

10. ....und wird in die vorbereitete Blockform gegossen, danach ruht er für ca. 24 Stunden

 

12. die Seifenstücke reifen nun für mind. sechs Wochen

 

14. damit die Seifen angenehm in der Hand liegen, kommt vor dem Verpacken das Entgraten der scharfen Kanten

 

16. die verkaufsfertige Seife nachdem Banderole, Anhängerchen und Etiketten angebracht wurden